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proc
BeitragVerfasst am: So, 11 Nov 2012 - 21:08  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
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Hannes hat folgendes geschrieben:
Und um sicherzugehen: Der meint das wirklich alles bierernst, von Ironie keine Spur. Fand ich echt schade, denn das erste AA war trotz seiner ganz eigenen Schwächen besonders authentisch!

Und wie es der Zufall so will, wurde A1 von Emily Short (auch von Ashwell oder Michael Martin) zerrissen, was den Autor in tiefe Depressionen stürzte, Miss Shorts Gegenreaktion auslöste und in einem no-rating endete. Ich fand die Diskussion damals amüsant, weil Autor und Reviewerin beide so bierernst wirkten, die Durchschnittsbewertung von 5,5 (in etwa: befriedigend bis ausreichend) noch hinter Plotkins Miniatur Cold Iron oder weit hinter dem langweiligen CYOA The Binary derart höhnisch, dass schon ein gewaltiger Einfluss der Reviewer dahinter zu vermuten ist. Womit wir wieder bei How To Win The IF Comp wären.
Hannes hat folgendes geschrieben:
Apropos Religionsmetaphern: Die haben mir A Killer Headache ziemlich verdorben. Spielerisch war das zweifellos eines der besten Spiele des Wettbewerbs (wobei etwas weniger Nerverei schon hätte sein dürfen… „You don't have a hand free“)

Naja, die Bibelexegesen und Religionsmetaphern wirken auf mich immer ungewollt trashig und interessanterweise sind es fast ausschließlich katholische Anspielungen. Das wundert mich schon von Autoren überwiegend aus einem Land, die an der Kirchenbörse hauptsächlich protestantische Aktien handeln sollten. In A Killer Headache habe ich jedenfalls mehr Ironie als Fundamentalismus verspürt und ein Stückweit gehören solche Methaphern ins Vampirgenre. Andererseits: Dracula mit einem silbernen Facebook-Emblem abzuwehren statt mit einem Kreuz würde mir auch gefallen. Die Nerverei mit dem auf zwei haltende Hände begrenzten Inventar fand ich wiederum Klasse, soweit damit ein Rätsel strategisch zu lösen war. Leider war dieser Aspekt auf die Eingangsszene beschränkt.
Hannes hat folgendes geschrieben:
Insgesamt muss ich schon sagen, dass mich dieses Jahr nichts vom Hocker gehauen hat. Da sehe ich leider auch eine Entwicklung über die Jahre und eine eventuelle Kausalität mit den Dingen, die ich unter „How to win…“ angesprochen habe

Mich hat vor allem ein Aspekt schockiert: In den ersten 15 IF-Comp-Jahren bis 2009 gab es insgesamt nur vier webbasierte Spiele, dann explodierte deren Zahl zum diesjährigen Anteil von 25% (sieben an der Zahl), rechnet man das Vorple-Projekt Guilded Youth dazu. Und eines schlechter als das andere, nur zwei davon sind überhaupt erträglich und ich bin schon fast geneigt, eine eigene Comp-Sektion dafür vorzuschlagen. Summerland ist für mich heimlicher Favorit, einigen Reviews nach zu urteilen, die teilweise eine recht unfaire 4 dafür vergeben während das damit kaum zu vergleichende howling dogs-CYOA auf einer 7 landet, wird es wohl eher ein Kandidat für die goldene Banane. Beeindruckend fand ich jeweils unter eigenen Aspekten auch Killer Headache, Changes und Body Bargain, die haben für mich die insgesamt schwache IF-Comp gerettet.
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Hannes
BeitragVerfasst am: Mo, 12 Nov 2012 - 10:54  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 25.03.2010
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Ich war anscheinend letztes Jahr einer der ersten, die AA1 rezensiert haben, oder sich zumindest eher positiv geäußert waren. Nach dem Emily-Short-Debakel schrieb der Autor mich an (wir hatten vorher schon ein paar Mails ausgetauscht) und erfragte, selbst in tiefer Depression, meine Meinung dazu. War leider nicht so belustigend, die Angelegenheit in der Rolle zu erleben.

Aber du verstehst ja schon, wen ich meine, wenn ich sage „zufällig“ tauchen entsprechende Namen bei AA2 auch als Betatester auf. Emily Shorts Rezensionen finde ich persönlich unschön, da sie eigentlich immer nur das gleiche schreibt und sie sehr unaufgeschlossen wirkt. Doch man muss ihr immerhin lassen, dass sie bei solchen Themen wie „How to win…“ als beinahe einzige versucht, überhaupt mal etwas tiefer in das Thema einzusteigen als „Have your game tested“. Da zeigt sie dann sehr gute Selbstreflektion. Ganz im Gegensatz zu Herrn Ashwell, der stattdessen betont, dass er die Namen „Schiller“ und „Tolstoy” schonmal gehört habe (boah, welch ein Held!).

Zitat:
dass schon ein gewaltiger Einfluss der Reviewer dahinter zu vermuten ist

Dass habe ich dort ja ebenfalls geäußert, wofür ich nur verhöhnt wurde.

Zitat:
Mich hat vor allem ein Aspekt schockiert: In den ersten 15 IF-Comp-Jahren bis 2009 gab es insgesamt nur vier webbasierte Spiele, dann explodierte deren Zahl zum diesjährigen Anteil von 25% (sieben an der Zahl), rechnet man das Vorple-Projekt Guilded Youth dazu.

Na ja, manchmal gibt es aber auch so kurzlebige Trends, die genauso schnell wieder verschwinden. Das muss sich erst nochmal zeigen in diesem Fall. Ich sagen nur: „Smarter Parser“, das 2010 und 2011 jedes zweite Spiel unspielbar machte – hast du das noch in irgendeinem Spiel diesen Jahres gesehen? Ich kann mich an zwei erinnern, die die (ebenfalls nervigen, aber lange nicht so schlimmen) „Neutral Library Messages“ benutzten, aber das war's. Null Spiele mit dem kompletten „Player Experience Upgrade“ (= garantierte Unspielbarkeit). Ebenso gab es kein einziges Parserspiel mehr, das auf „Keywords“ (also Nomenbefehle) setzte. Ein weiterer kurzlebiger Trend, der schon wieder vorbei ist – meines Erachtens ebenfalls zum Glück. Und das skandalöses „Wir-sind-besser“-Verhalten bei den letzten Xyzzy-Awards stellt die Daseinsberechtigung solcher HTML-Klickspiele innerhalb der heiligen „IF“-Zirkel ja wohl bereits mehr als deutlich in Frage. Abwarten und Tee trinken.

In diesem Zusammenhang übrigens vielen Dank an die bayerische SUE-Fraktion, deren Video von Valkyrie mich in allen Vorurteilen bestätigt hat ;)

Zitat:
Summerland ist für mich heimlicher Favorit

Also von mir auch „Daumen hoch“, aber Chancen auf einen der ersten fünf Plätze räume ich dem Spiel nicht ein. Ironischer Schreibstil kommt meist schlecht an, Rätsel um der Rätsel willen sind sogar noch mehr verpöhnt. Ich befürchte, dass das eher so auf einem guten Mittelplatz abschneiden wird.

Zitat:
Killer Headache, Changes und Body Bargain, die haben für mich die insgesamt schwache IF-Comp gerettet

Changes hat bei mir einen schlechten Tag erwischt: Nachdem mich der Fuchs zum sechsten Mal davon abgehalten hat, den Otter in die Falle zu locken (?), habe ich endgültig entnervt aufgegeben. Da waren aber auf jeden Fall gute Ansätze drin, wenn's eine weniger nervige Neuauflage gäbe, wäre ich sofort dabei. Body Bargain war stark geschrieben, kommt selten vor, dass mir wirklich etwas den Magen umdreht. Spielerisch allerdings stark verbesserungsbedürftig, einige für andere Enden notwendige Interkationen waren unmöglich (ich sage nur: Der Computer im Hinterzimmer, den man nicht etwa
Spoiler:
über seine Tastatur, sondern seinen Monitor und das auch noch mittels Nicht-Standardverben
bedient. Ich behaupte, dass niemand das herausgefunden hat und diverse Rezensionen, deren Autoren diese anderen Enden anscheinend überhaupt nicht gesehen haben, scheinen mich da zu bestätigen. In meinen Top 5 ist es trotzdem ebenfalls.
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Mikawa
BeitragVerfasst am: Mo, 12 Nov 2012 - 13:45  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 03.09.2009
Beiträge: 438
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Ich sehe in diesen Hypertext Systemen großes Potential, aber nur dann, wenn man eine Art einfaches Weltmodell zugrunde legt. Das wird ansatzweise bei einigen der neueren Twine Spiele deutlich.

Reine CYOA Geschichten fesseln mich gar nicht und verleiten mich immer wieder dazu, die Textpassagen zu überlesen und nur die Optionen am Ende wahrzunehmen. Warum das so ist, weiß ich nicht, vielliecht bin ich zu sehr Parser-IF-geprägt.

Insgesamt bin ich eher enttäuscht von der diesjährigen comp, es sieht aber so aus, als wäre es diesmal ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Parser-IF und Hypertext, gemäß der bekannten Frage: "Do we need this parser thing anyway?"

Meine Antwort wäre momentan: "Yes, we need."
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proc
BeitragVerfasst am: Mo, 12 Nov 2012 - 15:09  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
Beiträge: 877
Wohnort: Berlin

Mikawa hat folgendes geschrieben:
Ich sehe in diesen Hypertext Systemen großes Potential, aber nur dann, wenn man eine Art einfaches Weltmodell zugrunde legt. Das wird ansatzweise bei einigen der neueren Twine Spiele deutlich.

Einige haben mich positiv überrascht: PANIC! der Berliner irisch-kanadischen Künstlerin S. Astrid Bin hat eine Zeitsteuerung hinbekommen (superlustig, unbedingt ausprobieren!) und The Hunting Lodge des umtriebigen Hulk Handsome hat Parser-IF mit Combat-Elementen in Twine umgesetzt. Da ist offenbar noch einiges drin!
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proc
BeitragVerfasst am: Mo, 12 Nov 2012 - 23:37  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
Beiträge: 877
Wohnort: Berlin

Hannes hat folgendes geschrieben:
Nach dem Emily-Short-Debakel schrieb der Autor mich an (wir hatten vorher schon ein paar Mails ausgetauscht) und erfragte, selbst in tiefer Depression, meine Meinung dazu. War leider nicht so belustigend, die Angelegenheit in der Rolle zu erleben.

Ich wollte nun nicht falsch rüberkommen, das Amüsement hatte nur eine kurze Halbwertszeit und ich habe keinen spielerischen Grund gefunden, weshalb Andromeda Awakening so weit hinter den vielen kurzen Spielen zurückfallen konnte. Es ist wohl wie bei der US-Wahl die Show, und die ist da überhaupt nicht geglückt.

Hannes hat folgendes geschrieben:
manchmal gibt es aber auch so kurzlebige Trends, die genauso schnell wieder verschwinden.

Die Webspiele gehören garantiert nicht dazu, deren Anteil sowohl an den Comps seit 2010 als auch an den (nicht einmal vollständig erfassten) Spielen insgesamt hat sich exponentiell entwickelt (ich habe 2009-2012 mit aktuellem Stand 5, 6, 11 und 19% Anteil gezählt, in den IF-Comps 0, 8, 8 und 25%). Mir ist aufgefallen, dass drei der Webspiele anfangs nur online zugänglich waren, die ich daher gar nicht spielen wollte, erst mit den Updates sind Versionen für die Festplatte reindiffundiert. Ich vermute mal, da gab es im Hintergrund etwas Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Verfügbarkeit, die bei reinen Online-Spielen über die Zeitskala doch etwas ausgehebelt wird. Viel mehr beschäftigt mich noch die Frage, wie die Twine-Stücke gegenüber den Parserspielen überhaupt zu bewerten sind, da grundsätzliche konzeptionelle und technische Aspekte wie Rätseldesign oder der spielerische Aktionsraums einfach entfallen. Mich regt immer noch das Geschwätz von Ashwell mit der 4/10 für Summerland und 7/10 für das kurze (zweifellos nette) howling dog-Geklicke auf und ich verzweifle langsam an Teilen der Community, da er nicht der einzige ist. Wenn ich an Spiele schon derart subjektiv rangehe, behalte ich Bewertungen wenigstens für mich. Sorry, das musste jetzt sein, ich sähe die Webklickgeschichten am liebsten in eine eigene Sektion verbannt, wo sie aufgrund ihrer Inkommensurabilität mit Parserspielen unter sich bewertet werden können.

Ich möchte jetzt nicht weiter auf diesem Schmarrn rumtreten, sondern noch einen ganz anderen draufsetzen. Gestern ist Update #5 online gegangen, und das geht ja wohl gar nicht mehr. Ich hab gerade extra nochmal nachgezählt: 16 der 28 Spiele (57%) wurden während der Comp bis zu fünfmal verändert. Guilded Youth ließ zum letzten Update am 11. November verlauten, der Schluss sei komplett umgearbeitet und mit zwei Extraszenen bestückt worden und das Spiel sei überhaupt mit »new sounds and graphical flourishes« bestückt worden. Shuffling Around schaffte es tatsächlich, sich durch alle Updates zu schleifen, die jeweils »Release 1« heißen und deren letztes Release 1 sich am Ende um mehr als ein Megabyte von der Ursprungsversion unterscheidet. Mitten im Spielen des Release 1 von Spiral erschien gestern schon Release 3 mit Bezeichnung »Release 2« und verzichtet gänzlich auf ein Changelog, so dass ich nun stur bei »Release 1« von Release 1 bleibe. Es ist bei solchen Auswüchsen nicht mehr nachvollziehbar, warum die Comp-Organisatoren keine Release-Numerierung verlangen, auf die referenziert werden kann. Der teilweise fehlende Changelog ist überhaupt nicht mehr nachvollziehbar: Wer Spiele bewertet, muss wissen, worin sich die Updates unterscheiden, und dass Spiele im Update mit neuen Inhalten versehen werden können sprengt für mich die Grenzen eines fairen Wettbewerbs. Mich wundert, dass noch kein Scherzbold mit jedem Update ein neues Spiel abgeliefert hat und glücklicherweise wurde vergessen, die gesammelten Werke Comp12.zip mit upzudaten, so dass ich sie als Grundreferenz nutzen kann.

Ich bin richtig sauer und verschiebe daher eine inhaltlliche Bewertung der Comp besser aufs Wochenende.

@Gernot Hassknecht: Ich mochte dich nie, versteh dich aber seit gestern. Wir müssen unbedingt ein Forum einrichten, in dem man mal gegen die Wand schreien kann.
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Hannes
BeitragVerfasst am: Di, 13 Nov 2012 - 10:45  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 621

Tief durchatmen ;)

Was Bewertungen angeht (ganz abstrakt, ohne Bezug zu bestimmten Spielen oder Spieletypen): Für mich zählt, wie viel Spaß mir ein Spiel bereitet hat. Das ist subjektiv. Es kann einen Zusammenhang mit Aspekten wie Rätseldesign, Weltmodellierung, Aktionsräumen usw. geben, muss aber nicht. Von daher halte ich auch jeden Versuch einer „objektiven“ Bewertungsskala, wie ihn einige „Blogger“ (Unwort des Jahrzehnts) formulieren, für von vornherein gescheitert, da eine solche Wertung dann nicht mehr das aussagt, was sie meines Erachtens leisten sollte – nämlich wie unterhaltsam ein Spiel ist. Jetzt mal unter der Prämisse gesprochen, dass sich das überhaupt auf einer eindimensionalen Skala ausdrücken lässt (prinzipiell bin ich Freund davon, wertende Worte sprechen zu lassen statt einer Zahl, aber andere Diskussion).

Was spezifische Wertungen spezifischer Menschen zu spezifischen Spielen angeht, muss man natürlich bedenken, dass es auch so etwas wie politische Wertungen gibt: „latest technology“ / „respected, well-known author“ und solche Dinge spielen leider eine große Rolle.

Zu den Updates während des Wettbewerbs: Wenn ein Spiel mehrere Megabytes zulegt, merke ich das eh nicht, da ich ja auf einem Textterminal spiele – nicht nur besser lesbarer Text, sondern es erspart anscheinend auch einige Gewissensbisse ;) Die Gefahr, dass Jemand mitten im Wettbewerb sein Spiel gegen ein komplett anderes austauscht, ist ja ausführlich diskutiert worden. Passiert ist es meines Wissens dieses Jahr nicht. Wo die Grenze zwischen einem gutgemeinten und einem „böswilligen“ Update liegt, ist freilich sehr subjektiv… man eben das Ende komplett auszutauschen, finde ich schon recht heftig, zeugt aber mehr als alles andere ehrlich gesagt auch von einer nur schwach ausgeprägten Autorenvision. Es stellt sich langfristig (in Zeiträumen, in denen die exakten IF-Comp-Platzierungen eh ihre Bedeutung verlieren) eher die Frage, ob der Autor sich damit selbst einen Gefallen tut.

Dass Comp12.zip nicht aktualisiert wird, ist kein Versehen, sondern laut Intfiction-Forum Absicht (siehe verlinkte Diskussion) und als Kompromiss zu verstehen für diejenigen, die aus Fairnessgründen die Originalversionen aller Spiele bevorzugen.

Ich habe das Autorenverhalten nicht im Detail beobachtet diesbezüglich in diesem Jahr und ich habe die Spiele einfach immer stumpf dann in der aktuellen Version heruntergeladen, wenn das Spiel auf meiner Liste auftauchte. Im Nachhinein habe ich jeweils ein paar andere Rezensionen gelesen und es ist wohl so, dass ein paar Spiele etwas weniger Bugs hatten in meinem Durchlauf als in den jeweiligen Originalversionen. Daran kann ich nichts Schlimmes finden und halte die Regeländerung insofern bislang für einen Erfolg in dem Sinne, dass die finalen Versionen der Spiele (man muss ja davon ausgehen, dass nach Ende des Wettbewerbs praktisch niemand mehr Hand anlegt an seine Spiele) besser sind.

Zitat:
Mir ist aufgefallen, dass drei der Webspiele anfangs nur online zugänglich waren, die ich daher gar nicht spielen wollte, erst mit den Updates sind Versionen für die Festplatte reindiffundiert. Ich vermute mal, da gab es im Hintergrund etwas Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Verfügbarkeit, die bei reinen Online-Spielen über die Zeitskala doch etwas ausgehebelt wird.

Diese Frage habe ich 2009 und 2010 schon als Teilnehmer gestellt, als Updates ja noch prinzipiell verboten waren. Eine Antwort von offizieller Organisatorenseite gab es nicht, aus anderer Richtung wurde einfach an die Fairness und Vertrauen appelliert. Finde ich jetzt, da Updates erlaubt sind, und sich allein von der Frequenz her unterscheidet, nicht mehr so wild. Ich glaube kaum, dass es Proteste gäbe, wenn man entsprechend sein Parserspiel täglich aktualisieren würde auf einer selbstkontrollierten Seite (ja, nicht genau das gleiche, da die nicht von der Wettbewerbsseite aus verlinkt wäre, richtig).

Dass diese Browserspiele überhaupt herunterladbar sind, ist jedoch weniger Bedenken im Hintergrund zu verdanken: http://www.intfiction.org/forum/viewtopic.php?f=23&t=5519&start=30#p42407… Offizielle Antwort auf der folgenden Seite: Nein, obwohl es in den Regeln steht sind Autoren nicht verpflichtet, ihre Spiele zum Download zur Verfügung zu stellen.
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Mikawa
BeitragVerfasst am: Di, 13 Nov 2012 - 12:03  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 03.09.2009
Beiträge: 438
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Zitat:
„respected, well-known author“ und solche Dinge spielen leider eine große Rolle.


In der Tat ein interessanter Aspekt. Von Wettbewerben aus anderen Bereichen kenne ich das Prozedere, dass die "Jury" die Urheber der Arbeiten nicht kennt - somit wird größere Objektivität erreicht.

Der eine oder andere Autor hat ja zwar auch schon mal unter Pseudonym veröffentlicht, es wäre aber schon mal spannend, einen IF-Wettbewerb komplett anonym durchzuführen und die Autoren erst nach der Bekanntgabe der Wertungen zu benennen.
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proc
BeitragVerfasst am: Di, 13 Nov 2012 - 12:14  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
Beiträge: 877
Wohnort: Berlin

Mikawa hat folgendes geschrieben:
es wäre aber schon mal spannend, einen IF-Wettbewerb komplett anonym durchzuführen und die Autoren erst nach der Bekanntgabe der Wertungen zu benennen.

... oder die Autorennamen nach Zufallsprinzip durchzumischen :o)
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Hannes
BeitragVerfasst am: Di, 13 Nov 2012 - 12:30  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 621

Ja, diese Pseudonyme… das ist auch so ein Thema. Dem Herrn Plotkin nehme ich ohne Weiteres ab, dass er das letztes Jahr ernstgemeint hat, weil er genau weiß, dass er, wenn er unter seinem richtigen Namen veröffentlicht, kein ernsthaftes Feedback bekommt, sondern nur automatische Lobeshymnen. Aber „Reverend Stephen Dawson“ (oder wie auch immer der Herr Huang sich dieses Jahr genannt hat? Das bildet sich doch wohl niemand ein, dass das noch anonymisierend ist? Oder soll das vielleicht genau das Gegenteil bewirken: Wertungsbonus für die (ja ehrlich gesagt wenig überzeugenden) Spiele, weil man sich als Spieler „elitär“ fühlen kann, das durchschaut zu haben? Was übrigens auch andere, nicht bekannte Autoren versuchen könnten: Spiel unter einem offensichtlichen Pseudonym veröffentlichen in der Hoffnung, dass ein paar Juroren denken, es könne sich um jemand „Wichtigen“ handeln, so dass sie sich nicht mehr trauen, etwas Schlechtes über das Spiel zu sagen ;)
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proc
BeitragVerfasst am: Di, 13 Nov 2012 - 18:55  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
Beiträge: 877
Wohnort: Berlin

Hannes hat folgendes geschrieben:
Was Bewertungen angeht (ganz abstrakt, ohne Bezug zu bestimmten Spielen oder Spieletypen): Für mich zählt, wie viel Spaß mir ein Spiel bereitet hat. Das ist subjektiv.

Sicher, man kann sich mit der Objektivierung seiner Subjektivität schwertun, und genau das befördert das Aufeinandertreffen inkommensurabler Stücke, dann auch noch in großer Zahl. Ich habe deinen Rat befolgt und tief durchgeatmet um dann nochmal zu lesen, wie aus dem zehnminütigen Geklicke howling dogs plötzlich ein »hyperlink powered«-Game mit 10(! [nein, !! {oder vielmehr !!!!!!!}]), manchmal auch nur 8 Punkten wird etwa mit der Begründung, es gefiel weil »I could find no faults« oder dem Faszinosums von »shifting female roles«, die nicht einmal in den Kontext des von Anna Anthropy ausgelösten Transgender-Hype eintauchen, dem Porpentine offen anhängt und den übrigens auch Guilded Youth aufgreift. Aus gesundheitlichen Gründen belasse ich es bei dieser Bemerkung, mir ist schlecht und das Blutdruckmessgerät bereits explodiert.
Hannes hat folgendes geschrieben:
Zu den Updates während des Wettbewerbs: Wenn ein Spiel mehrere Megabytes zulegt, merke ich das eh nicht

Danke für die aufschlussreichen Links, die ich irgendwie verpasst habe. Mit dem Megabyte wollte ich nur meine Verunsicherung ausdrücken, ob das upgedatete Spiel überhaupt noch etwas mit der von mir verwendeten Erstversion zu tun haben kann, denn es muss um mindestens ein Megabyte verändert worden sein. Das wären dann nach der 2KB-Indexed-Text-Theorie 500 neue Texte, vielleicht sind aber auch nur Bilder reingerutscht. Nach Bugbereinigung fühlt sich das erstmal nicht an. Ich habe nichts Prinzipelles gegen Updates und schließe mit dem Thema insofern ab, als ich zukünftig nur noch Erstversionen verwende. Die Bugs stören mich nicht besonders, soweit sie keine Sackgassen erzeugen. Dann hätten sie in der IF-Comp ohnehin schwerlich etwas zu suchen.
Hannes hat folgendes geschrieben:
Ich glaube kaum, dass es Proteste gäbe, wenn man entsprechend sein Parserspiel täglich aktualisieren würde auf einer selbstkontrollierten Seite

Zu den reinen Online-Spielen nur zwei Bemerkungen: Es gibt keine Version, auf die man sich beziehen könnte, und ich habe etwas Bedenken hinsichtlich des nicht geringen Arbeitsaufwands, sich das Spiel genauer anzuschauen, wenn es nächstes Jahr potenziell nicht mehr existiert. Das fiele dann in die Kategorie »vergeudete Zeit«. Ich habe das Problem für mich durch Ignoranz erschlagen. Jedoch nicht in dieser Comp, weil die Dateiversionen nachgereicht wurden.

Wie auch immer, die Comp ist durch und ich habe nach allem irgendwie keine Lust mehr, die letzten beiden Reviews zu schreiben. Wenn das Blutdruckmessgerät repariert ist, folgt vielleicht eine kurze Einschätzung. Die Nerven machen einfach nicht mehr mit.
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Mikawa
BeitragVerfasst am: Fr, 16 Nov 2012 - 9:49  Antworten mit Zitat
Abenteurer
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Anmeldungsdatum: 03.09.2009
Beiträge: 438
Wohnort: Cham

... und die Bewertungen sind da!

Glückwunsch an
Andromeda Apocalypse
Eurydice
Guilded Youth
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proc
BeitragVerfasst am: Fr, 16 Nov 2012 - 10:19  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
Beiträge: 877
Wohnort: Berlin

Mikawa hat folgendes geschrieben:
... und die Bewertungen sind da!

Wow, Glückwunsch auch von mir an alle, wenn das Ergebnis mich auch etwas überrascht. Und die goldene Banane geht nicht an Summerland, sondern howling dogs!
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stadtgorilla
BeitragVerfasst am: Fr, 16 Nov 2012 - 18:43  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 04.04.2011
Beiträge: 778

Auch ich fand's eher mau, wobei ein paar Sachen mir richtig gut gefallen haben:

Andromeda Apocalypse fand ich richtig super, ist halt Infocom/Planetfall, aber ich steh' da ja drauf.

Changes. Sehr interessante Idee, atmosphärisch.

howling dogs. Ich steh' auf Genderthemen. Und Lyrik.

Escape from summerland: Nur Platz 13? Wirklich komplett unfair, finde ich nach AA fast am besten, nette Puzzles, interessante Mechanik.

A killer headache: Coole Mechanik, gut geschrieben, mir aber zu schwierig.

Da ist schon mehr drin, finde ich. Diese ganze Diskussion um das erste AA hatte ich ja gar nicht mitbekommen, wow...

In a manor of speaking und shuffling around fand ich auch ganz witzig.
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Hannes
BeitragVerfasst am: So, 18 Nov 2012 - 13:24  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 621

Meine abschließenden Betrachtungen
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stadtgorilla
BeitragVerfasst am: So, 18 Nov 2012 - 14:10  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 04.04.2011
Beiträge: 778

Hannes hat folgendes geschrieben:
Meine abschließenden Betrachtungen


Da sagst du schon gute und wichtige Sachen! Ich teile jetzt nicht zu hundert Prozent deine Urteile über die intfiction-Crowd, aber auch da ist was Wahres dran. Das Siegerspiel hat mir aber im Gegensatz zu dir gut gefallen, wenn auch sicher nicht so mutig wie Summerland oder Changes, was genau fandst du denn so schlimm bei Andromeda2? Deine Review macht das nicht so ganz deutlich.
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