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Hannes
BeitragVerfasst am: Do, 20 Feb 2014 - 18:51  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 640

Quelle aller Daten ist ifwizz. Ich habe mir mal die Liste der Veröffentlichungen von 2013 angeschaut und möchte versuchen, sie etwas zu klassifizieren. Die Kategorien sind nicht alle disjunkt.

CYOA:
Das Geheimnis des Waldes
Die Neujahrsüberrauschung
Supernatural - Hunting Jeff the Killer
And so the world did end
A dark place of mind
Wie finde ich eine Wohnung in Dresden?
Katzensaft - The Wedding 2013
Halleluja
Schule Überlebens Simulator
Die Tiefgarage im Dunkel
Tzet
Viel Glück
Das Labyrinth
Auf dem richtigen Pfad?
Es kam aus der Mülltonne!
Die finstere Festung
Klara
Liebe Haut
Ein Abend in der Goldenen Kogge [sorry, ursprünglich falsch kategorisiert – siehe Diskussion]

Übersetzungen fremder Projekte:
Durch den Spiegel
PataNoir - Ein unvergleichlicher Kriminalfall

Speed-IF:
Es kam aus den Alpen
Strč prst skrz krk!
Castor
Itch, a Berliner

Erste Beobachtung ist für mich, dass es im gesamten Jahr nur ein Spiel gab, das sowohl eine originäre Arbeit war, als auch formell vermuten lässt, dass tatsächlich eine signifikante Entwicklungszeit hineingeflossen ist: Dickes W - Episode 2: Weihnachtsterror. Die Rettung kurz vor Jahresende…

Damit will ich nicht sagen, dass CYOA, Speed-IF oder Übersetzungen grundsätzlich schlecht, minderwertig oder abzulehnen sind. Ich versuche mit den obigen Kategorien primär den Selbstanspruch der Autoren zu messen. Grob und unwissenschaftlich. Trotzdem, so glaube ich, im (mathematisch-) qualitativen Sinne korrekt.

Zweitens möchte ich dann eine Frage stellen. Hand aufs Herz, Kollegen! Wie viele davon habt ihr gespielt? Also wirklich gespielt, nicht nur den Startbildschirm einmal kurz aufgerufen und einen einzigen Schritt gemacht.

(Ihr könnt natürlich auch diskussionsfördernd gerne sagen, welche ihr gespielt habt und welche nicht… und jeweils warum. Aber diesen Offenbahrungseid will vielleicht nicht jeder leisten ;))


Zuletzt bearbeitet von Hannes am Do, 20 Feb 2014 - 21:57, insgesamt einmal bearbeitet
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Mischa
BeitragVerfasst am: Do, 20 Feb 2014 - 19:21  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 05.03.2008
Beiträge: 285
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Das einzige aus der Liste, das mich reizt, wäre Dickes W (auch wenn das eigentlich gar nicht in der Liste steht! ;-) und möglicherweise ein paar der Speed-IFs.
Allerdings hab ich's noch nichtmal geschafft, die erste Episode zu spielen... :-(

Ich muss zugeben in letzter Zeit schreibe ich eher, als ich spiele.
Und trotzdem hat mich erst das Spielen (von Klub Karisma) zum Schreiben gebracht...
Das mag an meiner beschränkten Freizeit und meinem Bedürfnis, etwas Kreatives zu tun, liegen... ;-)

Ich hab' mir zwar für heuer vorgenommen, einige (ältere) Spiel endlich zu spielen, aber bisher scheitert es an der Kompatibilität mit meinem iPhone Frotz...

Es gibt halt Spieler, Autoren und die Mischung. (Würde ein schönes Venn-Diagramm ergeben! ;-)

Hab' erst vor kurzem ein paar (englisch-sprachige) CYOAs angespielt, werde mit dem Genre aber überhaupt nicht warm...

Edit: Achja, von wegen Rettung... Das Textpäckchen sollte ja Anfang des Jahres kommen! ;-) Sonst hätt's 2013 mehr Rettung gegeben. ;-)
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proc
BeitragVerfasst am: Do, 20 Feb 2014 - 21:45  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
Beiträge: 890
Wohnort: Berlin

Hannes hat folgendes geschrieben:
Ich habe mir mal die Liste der Veröffentlichungen von 2013 angeschaut und möchte versuchen, sie etwas zu klassifizieren.

Kogge und Spiegel sind keine Übersetzungen, sondern Testspiele für Undum und G-TADS ohne übersetzte Inhalte. Allenfalls Adaptionen, was ich bei der Kogge jetzt aber nicht sehe. Dass Undum-DE im Herbst 2013 hinzugekommen ist (also das Tutorial mit Testspiel), ist mindestens so erwähnenswert wie das Spiel selbst. Ich habe alle gespielt, was ich aber nun bis 2010 zurück interessehalber ohnehin tue wie man halt auf den Markt geht um zu schauen was es Neues gibt, nur für die Jahre davor fehlen noch ein paar Eindrücke. Ich will die Liste spektral mal etwas anders zerlegen, um da noch die eine oder andere Aussage rauszuquetschen:

G-TADS (1), Glulx- (2) und Z-Code(4)-Parserspiele: 7
Quest-CYOAs: 5
Undum (CYOA): 1
Talefriends-CYOAs: 11 + 2 verschwundene.

Interessant ist vor allem Quest, das 2012 mit Bumerang Jack als Parserspiel die deutsche Bühne betrat und mit der CYOA-Erweiterung von Quest 5 nun nicht mehr sprachabhängig ist, was nun hauptsächlich die vier kleinen und das mittlere Supernatural-Spiel hervorgebracht haben dürfte. Sie hängen also meines Erachtens genuin mit einer aktuellen technischen Entwicklung zusammen. Die Talefriends haben etwas von Blogging, da wird offenbar mehr rausgekotzt als konzipiert, weshalb auch zwei wieder verschwunden sind ("Klara" und "Liebe Haut", was auch besser so ist). Diese Spiele dürfen vom Zählwert her ruhig insgesamt als ein Spiel gesehen werden, sie sind ja alle sehr kurz und "überwiegend" unausgereift (ich will ja jetzt keinem zu nahe treten: Sie können auch nach Veröffentlichung von den Autoren editiert werden und nach anderthalb Jahren mit einigen Monaten der Login-Probleme ist noch offen, wohin die Reise geht. @Talefriends.de: Mal ein paar Qualitätskriterien vor der Freischaltung einführen, dann wird ein Schuh draus.)

Was in der Liste nicht auftaucht, sind freilich drei profunde größere Spiele, die 2013 veröffentlicht werden sollten. Nun kommen sie (hoffentlich) 2014, wie das halt oft so ist. Daher möchte ich deiner Einschätzung hinzufügen:

1. Die erstmal wenig ernstzunehmenden Talefriends weggelassen, liegen die CYOAs bei 1 Undum sowie 4 schnelle + 1 etwas ambitionierteres Quest-Spielen, die einer aktuellen technischen Entwicklung zuzuschreiben sind (wozu die Talefriends strenggenommen auch gehören: Die Möglichkeiten schaffen Realität.) Die Kogge als einziges Spiel außerhalb dieser beiden Spektrallinien ist nun nicht wirklich lang, aber doch spürbar ambitionierter - es will und kann zeigen, was Undum in RPG-Hinsicht drauf hat.

2. Von den Parserspielen würde ich vier als ambitioniert einordnen, freilich mit verschiedenen Spiellängen. Für den Spiegel gilt ähnliches wie für die Kogge, PataNoir ist der Hammer (war es für mich schon in der englischen Fassung, Hut ab Mister Tale!) und zwei Speedies sind auch nicht gerade Speedies und wurden mittlerweile auch schon zwei-, dreimal von Fehlern bereinigt, wenn das auch noch nicht ausreicht.

3. Das Fehlen von Institutionen wie dem Grand Prix oder Herbstlaub hat selbstverständlich seinen Beitrag geleistet, die Zahl ambitionierter Spiele kleinzuhalten. Es ist einfach eine Erfahrungstatsache, dass Autoren auf solche Anlässe hinarbeiten und dass mal nichts eingereicht wird, ist eher die Ausnahme. Auch das erste Textpäckchen hätte schon 2013 erscheinen können, die Verschiebung obwohl die Spiele 2013 schon fertig waren war eine rein taktische Entscheidung.

Will sagen: Cooles Jahr 2013, und so einen Auftakt wie 2014 mit fünf teilweise durchwachsenen Spielen in einem Monat gab es meines Wissens noch nie. Der Zeiger steht durchaus auf CYOAs, es gibt ja schon ein ziemlich üppiges Twine-Spiel ("Stratos"), was sich 2014 noch etwas verschärfen dürfte, nun auch eines in Undum und eben die Quests. Einige größere Parserspiele sind aber jetzt schon absehbar, aussterben werden die erstmal nicht.
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Hannes
BeitragVerfasst am: Do, 20 Feb 2014 - 21:55  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 640

Gut, bei der Kogge hast du Recht (ich erinnerte mich nur an den Thread, der die Übersetzung des Tutorials ankündigte), beim Spiegel ist es jedoch andersherum:
Mikawa hat folgendes geschrieben:
außerdem gibt es hier ein kleines Beispielprojekt, ursprünglich von Gareth Rees für das Inform Designer Manual geschrieben, mit freundlicher Genehmigung des Autors ins Deutsche übersetzt und nach Tads 3 portiert
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proc
BeitragVerfasst am: Do, 20 Feb 2014 - 22:08  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
Beiträge: 890
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Hannes hat folgendes geschrieben:
beim Spiegel ist es jedoch andersherum:

Ah danke, stimmt, da war war. Ich sollte weniger Talefriends zocken...
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Tale
BeitragVerfasst am: Do, 20 Feb 2014 - 22:51  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 15.04.2010
Beiträge: 291

Mich würde auch mal interessieren, ob irgendwas von den CYOAs was taugt. Gespielt habe ich davon nur ein paar Talefriends-Sachen...
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Ich hatte 20 Raumschiffe...
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proc
BeitragVerfasst am: Do, 20 Feb 2014 - 23:13  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
Beiträge: 890
Wohnort: Berlin

Tale hat folgendes geschrieben:
Mich würde auch mal interessieren, ob irgendwas von den CYOAs was taugt. Gespielt habe ich davon nur ein paar Talefriends-Sachen...

Erstmal gibt's hierzulande eine lange Tradition der CYOAs, mal abgesehen von den Commodore et.al.-Spiele etwa viele von Maik Betas QBasics und einige Spiele von Florian Kalenda in Z-Code. Hab grad mal in der ifwizz-Datenbank nachgeschaut: Von den aktuell erfassten 619 deutschsprachigen Spielen konnten 101 eindeutig als CYOAs identifiziert werden, bei vielen der älteren (halb-)kommerziellen Spiele ist die Form gar nicht bekannt. Von den jüngeren fand ich "Die verlassene Burg" (Twine) und die Kogge (Undum) recht kurzweilig, vom erzählerischen Anspruch und Ansatz her finde ich auch "Der Schatten jener Sekunde" mit dem besten Einstieg der deutschsprachigen IF-Geschichte beachtlich wenn auch zu kurz (schade dass der Autor anonym geblieben ist) und"Stratos" von Mikawa (Twine) bleibt in Dramatik und Spiellänge bis heute unerreicht. Da gibt's noch eine Art Geocaching-Simulator eines Schweizer Autoren in Twine, das kommt demnächst in die Datenbank. Bei den CYOAs gibt's neuerdings durch die technischen Möglichkeiten offenbar eine Schattenwelt, in der die Autoren mit IF erstmal nichts am Hut haben und in ganz anderen Sphären unterwegs sind - schwierig aufzufinden, die englischsprachigen stehen bei weitem nicht alle in der IFDB (auf die grandiosen Experimente von S. Astrid Bin bin ich z.B. nur durch Zufall gestoßen.) Was da alles möglich ist schürt jedenfalls die Neugier und ich wage die Prognose, dass es dieses Jahr dahingehend in deutscher Sprache eine leichte Verschiebung geben könnte. Weil es eben diese Autoren schon gibt, ohne dass sie in dieser Szene angekommen sind oder es überhaupt wollen.
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Hannes
BeitragVerfasst am: So, 23 Feb 2014 - 21:38  Antworten mit Zitat
Experte
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Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 640

Tja, das Thema ist anscheinend auch schon wieder erstorben. Ich dachte, das wäre eine recht simple Frage und über irgendeines der deutschen Spiele bestünde vielleicht Gesprächsbereitschaft. Anscheinend nicht.

Was mich aber auch wieder zur nicht beantworteten Eingangsfrage zurückführt: Ich interpretiere das jetzt mal ganz dreist bei denjenigen, die sich nicht oder uneindeutig geäußert haben, so, dass sie nichts gespielt haben, das aber lieber nicht explizit sagen wollen (es waren ja einige Mitglieder des Forums mehrfach hier seit Existenz dieses Threads, die sich aber nicht geäußert haben). Da lob ich mir vergleichsweise Mischa, der das zumindest offen sagt. Doch wenn man eben nichts kennt, kann man auch über nichts sprechen. Irgendwie schade um die Stunden, die ins Schreiben der Spiele geflossen sind, oder?

P.S. Um meine Antwort nachzutragen: 9.
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StJohn Limbo
BeitragVerfasst am: Mo, 24 Feb 2014 - 0:38  Antworten mit Zitat
Wasserträger
Wasserträger


Anmeldungsdatum: 08.11.2010
Beiträge: 47
Wohnort: Lüneburger Heide

Ich habe letztes Jahr gegen Jahresende beide Dickes-W-Episoden gespielt (wobei ich damit zugebe, dass ich die erste nicht im Erscheinungsjahr gespielt habe) und war begeistert, was ich auch in Mails an die Autoren mit halbwegs ausführlichen Kommentaren (und Transkripten) ausgedrückt habe. Eine Rezension wollte/will ich noch folgen lassen, aber hier mal ein paar Punkte:
  • vor allem die lebensnahe Atmosphäre, die Kiezbeschreibung und die Figurenzeichnung haben mir sehr gut gefallen; obwohl die Ereignisse skurril sind, kann man sich im Prinzip alle Charaktere sehr real vorstellen
  • die Dialoge sind äußerst witzig
  • viele schön gemachte Details (z.B. in Teil 1: die Zeitschriften-"Bücher"kiste; oder dass man im Spätkauf aufgefordert wird, den Kühlschrank wieder zu schließen; das Pärchen im China-Restaurant; in Teil 2: die mögliche Erkältung; die verschiedenen Verpackungen für die Geschenke; natürlich vor allem die Geschenke selbst)
  • die Navigation per Raumnamen statt Himmelsrichtungen hat gut geklappt (wie übrigens auch bei den Textpäckchen-Spielen)


Die Speed-IFs habe ich alle an- oder durchgespielt, aber dazu fällt einem (oder mir zumindest) als Feedback meist nicht viel ein außer vielleicht "coole Idee", "netter Gag mit so-und-so". Zugegebenermaßen würden sich die Autoren darüber sicher auch freuen, könnte/sollte man/ich also durchaus trotzdem posten.

Die Talefriends-Sachen sind irgendwie an mir vorbeigegangen; ich glaube, ich habe vor längerer Zeit mal ein oder zwei Geschichten gespielt und war nicht so begeistert, daraufhin habe ichs erstmal abgehakt. Das ist natürlich etwas unfair gegenüber potentiell guten Neuerscheinungen, vielleicht schau ich mal wieder da rein.

Bei Quest ist es ähnlich (da gab es ja letztens eine einschlägige Diskussion auf intfiction.org - auch wenn wir in der deutschen IF-Gemeinde nicht das Problem der Überflutung mit Neuigkeiten haben). "Katzensaft - The Wedding" habe ich allerdings gespielt und fand's einigermaßen amüsant, aber eben auch extrem kurz, und es war unklar, ob später noch mehr kommen würde oder nicht.

Bei PataNoir ist es etwas kompliziert: Ich hab's angefangen, habe ein Transkript geführt und mir auch Mühe gegeben, dort alle Flüchtigkeits-/Tippfehler etc. mit * anzumerken - was, weil es noch eine Open Beta war, nicht ganz wenige waren (kein Vorwurf an Marius, ist ja normal bei Beta). An einer bestimmten Stelle, als es sinnvoll erschien, den Befehl >tauche einzugeben, ist daraufhin der Interpreter abgestürzt. Da habe ich, ehrlich gesagt, erstmal die Lust verloren. Eigentlich hätte ich da gleich eine Bugmeldung losschicken sollen, aber ich hatte mir vorgenommen, zunächst zu schauen, ob man das Problem umgehen kann - und dann wollte ich alles auf einen Rutsch senden, damit nicht eventuell jede Woche eine neue Beta rauskommt, die dann wieder alle neu in Angriff nehmen müssten. Dazu bin ich aber nicht so richtig gekommen, und dann erschien Release 2, woraufhin ich gedacht habe: Jetzt müsste ich seriöserweise von vorn anfangen und dann nochmal alles anmerken bzw. vergleichen, welche Tippfehler schon behoben sind. Das habe ich dann erstmal auf die lange Bank geschoben.
Zum Spiel kann ich bisher nur sagen: Respekt vor der Leistung, ein so sprachbasiertes Werk zu übersetzen, und es ist ein gutes Beispiel für etwas, was wohl nur im IF-Medium möglich ist.
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proc
BeitragVerfasst am: Mo, 24 Feb 2014 - 0:44  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
Beiträge: 890
Wohnort: Berlin

Dass niemand sich dazu äußert heiß nun nicht automatisch, dass niemand sich damit beschäftigt. Die Frage, wie viele Spiele jemand in einem Veröffentlichungszeitraum gespielt hat, führt auch nicht zwingend zu deren Antwort - die hängt von der Vollständigkeit der Antworten ab, die nun gar nicht zu erwarten ist. Ich sehe aber die Richtung der Frage, die sich konkret z.B. formulieren ließe, warum gibt es noch kein Review über Klub Karisma? Es ist (meiner Ansicht nach) eines der profundestens deutschsprachigen Spiele überhaupt, es ist nicht unter Wettbewerbsbedingungen entstanden und wirkt daher heute unbeachtet in einem leeren Raum seiend. Dem ist aber nicht so, das Problem an sich sind einfach nur die fehlenden Äußerungen darüber. Ich denke, das Thema ist tiefgründig im Deutschtum verankert: Wenn ein Amerikaner etwas toll findet, bloggt er es sofort heraus und wenn es ein Deutscher (Österreicher eingeschlossen) tut, nimmt er sich vor, es vor einer Äußerung nochmals näher zu betrachten. Ich weiß nicht, ob das nun am Dreißigjährigen Krieg liegt oder an den Vorfällen der Dreißiger Jahre, es ist für mich aber eine Mentalitätsgeschichte, eine vollständig andere Labberkultur. Schon im 17./18. Jahrhundert wussten die Deutschen nicht viel mit der essayisischen Tradition der Franzosen oder Engländer anzufangen weil da die Fußnoten fehlten, warum sollte das heute plötzlich anders sein? Ich will nur sagen: das Fehlen von Feedbacks muss hierzulande nicht zwingend etwas mit Ignoranz zu tun haben und würde das tendenziell auf eine fehlende Labberkultur zurückführen. Ist das so schlecht?
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proc
BeitragVerfasst am: Mo, 24 Feb 2014 - 1:12  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
Beiträge: 890
Wohnort: Berlin

StJohn Limbo hat folgendes geschrieben:
die Navigation per Raumnamen statt Himmelsrichtungen hat gut geklappt (wie übrigens auch bei den Textpäckchen-Spielen)

Interessante Erfahrung, die ich mittlerweile nicht mehr teilen kann. Eines der wichtigsten Kriterien in fast allen Spielen ist deren räumliche Verortung, die durch bloße Raumnamenanspringungen ohne räumlichen Hinweis verloren geht. Das ist mir vor allem beim Dicken W Episode 1 negativ aufgefallen, aber auch bei P., wo dann auch erzählerisch einiges verloren gehen kann. Meist bleibt die Topografie allerdings überschaubar, ich würde das aber nicht nicht übertreiben und - wo nötig - zusätzlich weiterhin Himmelsrichtungen erzählen.
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Mischa
BeitragVerfasst am: Mo, 24 Feb 2014 - 7:28  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 05.03.2008
Beiträge: 285
Wohnort: Wien

proc hat folgendes geschrieben:
Ich sehe aber die Richtung der Frage, die sich konkret z.B. formulieren ließe, warum gibt es noch kein Review über Klub Karisma? Es ist (meiner Ansicht nach) eines der profundestens deutschsprachigen Spiele überhaupt, es ist nicht unter Wettbewerbsbedingungen entstanden und wirkt daher heute unbeachtet in einem leeren Raum seiend. Dem ist aber nicht so, das Problem an sich sind einfach nur die fehlenden Äußerungen darüber.


Zu Feedback zu Klub Karisma:
"noch kein Review": Meinst du die Qualität der (Kurz-)Reviews?

"Fehlende Äußerungen" kann ich da schon gar nicht nachvollziehen, außer es geht um die Menge (weniger als 20 zählen nicht, oder so... ;-).
Auf ifdb gibt's 3 (Kurz-)Reviews und auf ifwizz verlinkst du außerdem noch auf den Feedback-Thread im Forum, zählt das nicht auch zu Äußerungen?

Edit: Oder spielst du auf fehlendes Review und Feedback von Hannes an!? ;-)
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Hannes
BeitragVerfasst am: Mo, 24 Feb 2014 - 8:46  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 640

Ich wollte mit diesem Thread gar nicht auf explizites Feedback hinaus. Ist aber auch ein interessantes Thema. Was mich erstmal wunderte, war die fehlende Tradition in diesen Kreisen, über Spiele auch mal unter Spielern zu sprechen. Was indirekt auch eine Feedbackfunktion hat, aber erstmal primär für die Spieler selbst ist.

Wenn ich etwas interessantes (wohlgemerkt interessant, nicht notwendigerweise gut), dann will ich eigentlich auch meist darüber reden. Was dem vom proc formulierten und auch von StJohn Limbo angedeuteten Anspruch nur entgegenkommt: Man bekommt die Gelegenheit zur Reflektion der eigenen Ansichten.

Wirklich übel fand ich das bspw. bei der IF Comp, wo ja sich steigerndes eisiges Schweigen herrschte. Gut, evtl. liegt's an der Sprache der Spiele? Oder eben nicht, deshalb dieser Thread.
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proc
BeitragVerfasst am: Mo, 24 Feb 2014 - 15:05  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 08.12.2009
Beiträge: 890
Wohnort: Berlin

Mischa hat folgendes geschrieben:
"Fehlende Äußerungen" kann ich da schon gar nicht nachvollziehen

2008-2011: "so ein tolles Spiel und dem Anschein nach interessiert's keinen";
2011-2013: Ein paar Reaktionen kleckern ein;
2013: Textlastig-Podcast.
Lass es die Dicken W's oder Maybach Molotow Massaker sein, "fehlende Äußerungen" gehören zur Wirkungscharakteristik praktisch aller längeren Spiele außerhalb der Wettbewerbe. Behaupte ich jetzt mal aus einigen Beobachtungen heraus.

Hannes hat folgendes geschrieben:
fehlende Tradition in diesen Kreisen, über Spiele auch mal unter Spielern zu sprechen.

1) müsste man das Spiel schonmal gespielt und 2) inhaltliche Details noch parat haben - die Wahrscheinlichkeit, dass das bei einem Spiel gleichzeitig auf mehrere Leute zutrifft dürfte gering sein, weshalb solche Threads außerhalb von Hints und Reviews wohl so selten sind. Wenn man direkt mit einer Spielediskussion loslegt besteht die Gefahr, dass interessierte Spieler es erst wieder spielen wollen und dann eben sein lassen: "bis ich dazukomme, ist die Diskussion eh schon vorbei". Immerhin: Zuvor verabreden könnte funktionieren, warum nicht?
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Mischa
BeitragVerfasst am: Mo, 24 Feb 2014 - 16:55  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 05.03.2008
Beiträge: 285
Wohnort: Wien

ad Klub Karisma:
proc hat folgendes geschrieben:
Mischa hat folgendes geschrieben:
"Fehlende Äußerungen" kann ich da schon gar nicht nachvollziehen

2008-2011: "so ein tolles Spiel und dem Anschein nach interessiert's keinen";

Das (ungefähr) erste Jahr über gab's im Ankündigungsthread Rückmeldungen von 6 Leuten (und einer davon hat sogar einen Freund! ;-).
Zwei von den Rückmeldungen sogar innerhalb eines Monats nach Release (zugegeben beide von Österreichern, vielleicht zählst du sie deswegen nicht! ;-).
Meine Bewertung inklusive Kommentar auf ifdb hab' ich auch im ersten Jahr nach Erscheinen geschrieben.

Logisch: Bei einem Grand Prix kommen diese Rückmeldungen gebündelter. Aber viel mehr Rückmeldungen hab' ich beim GP 2010 für meine Hausaufgabe auch nicht bekommen...

Fazit: Ich verstehe deine Aussage "fehlende Äußerungen" noch immer nicht ganz.
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